BYD Yangwang U8 definiert luxuriöses Offroad-Erlebnis neu

Stell dir ein Auto vor, das 1.100 PS hat und eine halbe Stunde lang auf dem Wasser fahren kann. Klingt nach Science-Fiction? Genau das ist der BYD Yangwang U8 – ein Fahrzeug, das zugleich Limousine und Offroad-Amphibienfahrzeug ist.
BYD hat etwas auf den Markt gebracht, das sich nur schwer einordnen lässt. Der U8 ist ein luxuriöser Hybrid- SUV mit e4-Plattform und IWD-Antrieb, doch diese Begriffe werden dem Ausmaß des Phänomens kaum gerecht. Dieses Auto beschleunigt in 3,6 Sekunden auf hundert und kann anschließend problemlos in einen Fluss fahren und wie ein Boot schwimmen.
BYD Yangwang U8 – elektrische Bestie
Die Premiere am 5. Januar 2023 sorgte für eine echte Sensation. Die Medien in China sprachen von einer „automobilen Revolution“, während europäische Journalisten versuchten zu verstehen, wie ein einziges Fahrzeug so viele Konventionen darüber brechen kann, was ein SUV eigentlich sein sollte. Die ersten Tests zeigten Dinge, die zuvor unmöglich schienen.

Foto: highmotor.com
Ich habe gesehen, wie Menschen auf Videos vom U8 reagierten, der über einen See schwimmt. Zuerst denken sie, es sei ein Fake. Dann überprüfen sie die Quellen. Am Ende stellen sie die Frage: Wie ist das überhaupt möglich?
Das ist nicht einfach ein weiterer Elektro-SUV mit größerer Batterie. Der U8 setzt neue Maßstäbe, weil er die Power eines Supersportwagens mit den Fähigkeiten eines Militärfahrzeugs und dem Komfort einer Limousine vereint. Andere Marken mussten plötzlich ihre Produktstrategien überdenken.
Yangwang U8 zeigt, dass die Grenzen zwischen den Automobilsegmenten fließender sind, als wir dachten.
Die Chinesen haben sich nicht damit begnügt, westliche Lösungen zu kopieren. Sie haben etwas völlig Neues geschaffen. Ein Auto, das drei verschiedene Fahrzeuge in der Garage eines wohlhabenden Kunden ersetzen kann.
Doch wie genau funktioniert die Technologie, die solche technischen Wunder möglich macht?
Die e4-Technologie und DiSus-X – das Herzstück extremer Leistungsfähigkeit
Technologie ist das eine – aber wie sie sich im Alltag tatsächlich bewährt, ist eine ganz andere Geschichte. Der U8 ist nicht einfach ein weiterer SUV mit dem Label „elektrisch“. Es ist die e4-Plattform, die die Spielregeln komplett verändert.
Vier Elektromotoren, jeweils an einem Rad. Kommt dir bekannt vor? Nur dass hier jeder Motor zwischen 275 und 300 PS leistet. Zusammen ergibt das über 1.100 PS. Doch das Entscheidende sind nicht die Pferdestärken – sondern das Torque Vectoring. Jedes Rad kann unabhängig arbeiten, mit unterschiedlicher Geschwindigkeit, sogar in entgegengesetzter Richtung.

Foto: topgear.com
Deshalb kann sich der U8 auf der Stelle drehen wie ein Panzer. Tank Turn – die linken Räder drehen vorwärts, die rechten rückwärts. Der Wendekreis: null Meter. Oder Crab Walk – alle Räder schlagen im gleichen Winkel ein, das Auto fährt seitwärts wie eine Krabbe. Das sieht vielleicht nach Show aus, aber auf dem Parkplatz oder im Gelände macht das wirklich Sinn.
Und der 2-Liter-Turbo? Der treibt nicht die Räder an. Er ist ein Generator, ein Range Extender. Der Verbrennungsmotor lädt nur die Batterie, gibt aber niemals direkt Kraft an die Räder ab. So bleibt das System rein elektrisch, aber die Reichweite steigt insgesamt auf rund 1.000 km.
Allein der Blade-Akku (LFP-Technologie) reicht für 150–200 km rein elektrisches Fahren.
| Funktion | Was bringt es dem Fahrer |
|---|---|
| Momentenvektorisierung | Präzise Manöver, Stabilität unter allen Bedingungen |
| Range Extender | Reichweite von 1.000 km ohne Aufladen |
| DiSus-X | Fahren sogar mit beschädigtem Rad, Karosseriesprünge |
| IP68-Dichtigkeit | Sicheres Waten bis zu einer Tiefe von 1 Meter |
DiSus-X ist ein System, das jedes Rad einzeln steuert. Die Pneumatik kann ein einzelnes Rad um mehrere Dutzend Zentimeter anheben. Platter Reifen? Das Auto gleicht die Karosserie aus und fährt weiter. Das ist keine Theorie – es funktioniert wirklich.
Am verrücktesten ist das Schwimmen. Die Karosserie ist so dicht wie ein U-Boot, IP68-Klasse. Der U8 bleibt 30 Minuten lang auf dem Wasser. Die Elektromotoren arbeiten unter Wasser und treiben die Räder wie Schiffspropeller an. Die Geschwindigkeit beträgt knapp 3 km/h, aber das reicht aus, um einen Fluss oder ein überflutetes Gebiet zu durchqueren.

Foto: auto-in-china.com
All das klingt wie Science-Fiction, ist aber einfach Ingenieurskunst. Jedes Element erfüllt seine Aufgabe, zusammen ergibt das ein beispielloses System in der Automobilbranche. Die Frage ist nur, wie sich das alles in der Praxis bewährt.
Luxus trifft auf Offroad – Nutzererlebnis und echte Vorteile
Ein Kollege aus der Redaktion kam gerade vom Test des Yangwang U8 zurück und das Erste, was er sagte, war: „Das ist kein SUV, das ist ein Spa-Salon auf Rädern.“ Es klang seltsam, aber als ich selbst in die Kabine einstieg, verstand ich, was er meinte.
Der Innenraum ist tatsächlich beeindruckend. Wolfgang Egger, derselbe Mann, der für Audi entworfen hat, hat etwas geschaffen, das er „Time Gate“-Design nennt. Leder von höchster Qualität, ein Cockpit-Bildschirm, der sich über die halbe Armaturentafel erstreckt, und alles ist bis ins Detail perfekt verarbeitet. Man sitzt in diesem Sessel und hat das Gefühl, in einer Limousine zu sein, nicht in einem Geländewagen.

Foto: autocango.com
Doch der wahre Test kommt erst im Gelände. Das amerikanische MotorTrend hatte die Gelegenheit, den U8 unter Wüstenbedingungen zu testen – und war begeistert.
„Das ist kein gewöhnlicher SUV – das ist ein Super-SUV, der unsere Vorstellung von Luxus im Offroad-Bereich neu definiert“, schrieben die Tester im September 2024.
In China wurde die Off-road Master Edition in der Wüste Gobi getestet. Das Auto meisterte Dünen, Schlamm und Felsen, als wäre es eine normale Stadtstraße. Und der Fahrer saß die ganze Zeit in einer klimatisierten Kabine und hörte Musik aus dem Premium-Soundsystem.
Praktische Vorteile? Genau hier wird es spannend. Der „Tank Turn“ funktioniert nicht nur in den Bergen – auf einem engen Parkplatz im Einkaufszentrum kannst du dich auf der Stelle drehen wie ein Panzer. Schwimmen? Als es in Houston Überschwemmungen gab, fuhren U8-Besitzer entspannt durch überflutete Straßen. Das Auto schwimmt auf dem Wasser und bewegt sich wie ein Boot.
Die Dachleiter lässt sich mit einem Handgriff abnehmen. Der Kofferraum bietet Fächer für alles – von Kletterseilen bis zum kompletten Werkzeugsatz. Und das Fahrwerk passt sich automatisch dem Untergrund an.
Die chinesische Wüstenexpedition zeigte noch etwas: Die Komfortzone des U8 endet nicht beim Asphalt. Die Passagiere schliefen während nächtlicher Fahrten durch die Dünen in ihren Sitzen. Die Klimaanlage lief die ganze Zeit, selbst wenn der Motor ausgeschaltet war.
Gerade diese Kombination aus Luxus und Geländetauglichkeit macht den U8 zu etwas Besonderem auf dem Markt. Du musst dich nicht mehr zwischen Komfort und Abenteuer entscheiden.

Foto: carsauce.com
Markt, Preis und Kontroversen – wo der U8 in die globale EV-Landschaft passt
Der Preis von 1.098.000 RMB für den Yangwang U8 klingt zunächst abstrakt, aber umgerechnet – etwa 125.000 Dollar – wird es richtig interessant. Das ist das teuerste chinesische Elektrofahrzeug im Jahr 2023, und ehrlich gesagt, kann ich diese Bewertung gut nachvollziehen.
Im Vergleich zur Konkurrenz sieht man deutlich, wo BYD die Messlatte gesetzt hat:
| Modell | Preis (USD) | Segment |
|---|---|---|
| Yangwang U8 | 125.000 | Luxus-SUV |
| Tesla Model X Plaid | 109.990 | Premium-SUV |
| BMW iX xDrive50 | 83.200 | Premium-SUV |
| Mercedes EQS SUV | 104.400 | Luxury SUV |
Chinesische NEV-Subventionen sind ein Thema, das für viel Aufregung sorgt. Einerseits haben sie China laut CSIS-Daten von 2023 geholfen, über 50 % des globalen EV-Marktes zu erobern – ein riesiger Erfolg. Aber ist das auch fair?
Argumente für Subventionen: Beschleunigung der Energiewende, Schaffung von Arbeitsplätzen, Förderung technologischer Entwicklung.
Argumente dagegen: Unfaire Konkurrenz, Marktverzerrung, Abhängigkeit von staatlichen Zuschüssen.
Die Wahrheit liegt irgendwo dazwischen. Das Belfer Center warnte bereits 2019 vor den Emissionen aus der Batterieproduktion – ein Problem, das China erst jetzt ernsthaft anzugehen beginnt. Und nun drohen auch noch Zölle in der EU und USA, die die Exportökonomie grundlegend verändern könnten.
Was mich beim U8 am meisten beschäftigt, ist das Marketing dieser Kunststücke. Fahren auf drei Rädern, „Schwimmen“ auf dem Wasser – klingt spektakulär, aber ist das nicht übertrieben? Die meisten Menschen kaufen Autos für den Alltag, nicht für Zirkusnummern. Zugegeben, als Demonstration technischer Möglichkeiten ist es beeindruckend.
Die Kontroversen um chinesische EVs werden zunehmen. Schon jetzt gibt es Stimmen über übermäßige Subventionen und unlauteren Wettbewerb. Der U8 könnte zum Symbol dieses Streits werden – ein Luxusprodukt aus einem Land, das dank staatlicher Unterstützung den globalen Markt für Elektroautos dominiert.
Die Zukunft wird zeigen, ob diese Preisstrategie aufgeht. Vorerst testet BYD, wie viel die Menschen für eine chinesische Luxusmarke zu zahlen bereit sind.

Foto: dsf.my
Zum Horizont – zukünftige Trends und Schritte für Fahrer und die Branche
Der Markt für Elektrofahrzeuge aus China tritt in eine neue Phase ein, in der der BYD U8 zum Symbol dieses Wandels werden könnte – allerdings nur, wenn die Branche und die Fahrer verstehen, was auf sie zukommt.
Die Prognosen sind ziemlich eindeutig. Laut Analysten des CSIS könnten China bis 2030 bis zu 70 % des weltweiten NEV-Marktes erreichen. Das ist keine Science-Fiction, sondern reine Mathematik. Monat für Monat gibt es neue Zahlen zum Wachstum der Elektroauto-Verkäufe aus dem Reich der Mitte.
BYD plant, die Verfügbarkeit des U8 bereits 2026–2027 über die Grenzen Chinas hinaus zu erweitern. Es ist von möglichen lokalen Montagewerken in Südamerika die Rede. Das bedeutet, dass wir diese Fahrzeuge in ein paar Jahren auf europäischen Straßen sehen könnten – vielleicht nicht sofort in Polen, aber in Deutschland oder Frankreich ganz sicher.

Foto: highmotor.com
Die Besitzer aktueller Elektromodelle dürfen sich freuen. Upgrades der Reichweite per Software-Update werden zum Standard. Und das Recycling der Batterien? Das ist eine Chance auf einen zusätzlichen Verdienst, wenn der Austausch ansteht.
„Die Automobilbranche erlebt die größte Transformation seit der Einführung des Fließbands bei Ford. Wer sich nicht vorbereitet, bleibt zurück“, sagt Paolo Gerbaudo, Analyst für Automobiltechnologien.
Die zunehmende Automatisierung bedeutet, dass das Fahren eines Autos in zehn Jahren ganz anders aussehen wird als heute. Manche fürchten sich davor, andere können es kaum erwarten. Fakt ist: Der Wandel kommt – unabhängig davon, wie wir dazu stehen.
Die Frage ist: Werden wir nur Zuschauer dieser Revolution sein oder aktiv daran teilnehmen?
Tom SI
Redakteur Moto & Lifestyle
Luxury Blog








Hinterlasse einen Kommentar