Marq Omotesando One – ein Rekord, der den Tokioter Markt verändert

9,5 Milliarden Yen für eine einzige Wohnung. Das klingt wie ein Tippfehler in einem Zeitungsartikel, aber das ist tatsächlich passiert – und zwar in einem der elegantesten Viertel Tokios. Das Penthouse im Marq Omotesando One-Komplex ist soeben in die Geschichte eingegangen als die teuerste Wohnimmobilientransaktion, die jemals in Japan verzeichnet wurde. Hier geht es nicht um „einfach nur eine teure Wohnung“. Das ist ein absoluter Rekord, der Bloomberg und andere internationale Medien dazu gebracht hat, diesem Ereignis hunderte Artikel zu widmen.
Omotesando ist für Tokio so etwas wie eine Mischung aus dem Flair von Warschaus Mokotów und der Pariser Champs-Élysées – nur dass die Eleganz hier leiser und raffinierter ist. Direkt neben Harajuku, umgeben von High-Fashion-Boutiquen und Galerien, zieht dieses Viertel seit Jahren Menschen mit Geld und anspruchsvollem Geschmack an. Der Verkauf des Penthouses an diesem Ort wurde zum Symbol für etwas Größeres – einen Boom bei ultra-luxuriösen Immobilien in ganz Asien.

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Marq Omotesando One – Premium Asien
Interessanterweise handelt es sich hierbei nicht um einen zufälligen Verkauf einer einzelnen Wohnung. Tokio erlebt seit einiger Zeit einen deutlichen Preisanstieg im Premiumsegment. Man könnte sagen, dass diese Transaktion… genau, das Sahnehäubchen auf einem Prozess ist, der schon seit mehreren Jahren andauert. Ausländisches Kapital, hohe Lebensqualität, Stabilität – all das trägt dazu bei, dass die Stadt immer mehr Käufer anzieht, die bereit sind, unvorstellbare Summen zu zahlen.
Doch was genau macht dieses Penthouse wertvoller als ein kleines Kraftwerk? Dazu gleich mehr.
Das Innere des Rekords – so sieht Marq Omotesando One aus
Wenn du an die teuerste Wohnung in der Geschichte Japans denkst, fragst du dich vielleicht: Was bekommt man eigentlich für mehrere Dutzend Millionen Dollar? Die Antwort ist hier… ziemlich konkret. Und sie beeindruckt.

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Fläche, Etage und Grundriss – beeindruckende Zahlen
Das Penthouse im Marq Omotesando One erstreckt sich über 625 Quadratmeter – eine Fläche, die es in Tokio praktisch nicht gibt. Vier Schlafzimmer, gelegen im vierten (obersten) Stock eines niedrigen, intimen Gebäudes. Low-rise – dieser Begriff bedeutet in diesem Viertel mehr als nur eine architektonische Beschreibung. Es geht um Privatsphäre. Darum, dass sich über dir nicht noch zehn weitere Wohnungen befinden. Dass du nicht aus dem Fenster direkt auf die Wand eines Hochhauses dreißig Meter weiter blickst.
Das Gebäude umfasst nur wenige Einheiten – jede davon praktisch maßgeschneidert. Genau diese Exklusivität sorgt dafür, dass der gesamte Komplex eher wie eine private Residenz als ein Apartmenthaus wirkt.

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Japanischer Minimalismus, skandinavische Präzision
Design? Marq Omotesando One wurde bei den Sky Design Awards 2023 in der Kategorie Architektur mit Gold ausgezeichnet – und ehrlich gesagt, wenn man es sich anschaut, versteht man sofort, warum. Eine Kombination aus japanischem Minimalismus (Zen-Einflüsse, klare Linien, natürliche Materialien) und skandinavischer Präzision in der Ausführung. Alles ist… durchdacht. Für Zufälle ist hier kein Platz.

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Und was die Ausstattung betrifft:
- privater Pool und Spa (warum eigentlich nicht)
- Dachterrasse mit Blick auf das Viertel
- privater Aufzug mit direktem Zugang zur Wohnung
- Marmor-Badezimmer – und das ist kein gewöhnlicher Marmor
- Panoramafenster vom Boden bis zur Decke
- intelligente Hausmanagementsysteme
Die Lage in Omotesando ist ein zusätzlicher Pluspunkt – Boutiquen, Michelin-Restaurants, der Bahnhof Harajuku nur wenige Gehminuten entfernt. Ein Lebensstil, den man sich anderswo kaum vorstellen kann.
Rekord pro Tsubo – was diese Transaktion über den Markt aussagt
Über 50 Millionen Yen pro Tsubo – neuer Standard?
Ein Geschäft über 9,5 Milliarden Yen klingt beeindruckend, doch erst der Preis pro Tsubo zeigt, wie sehr sich dieses Penthouse landesweit abhebt. Der Preis überstieg 50 Millionen Yen pro Tsubo – das entspricht etwa 330.000 US-Dollar pro Quadratmeter. In Japan ist das ein absoluter Rekord, der bisherige Luxusverkäufe in den Stadtzentren weit hinter sich lässt. Zum Vergleich: Die bislang teuersten Wohnungen in Tokio lagen bei etwa 30–35 Millionen Yen pro Tsubo. Ein Anstieg von mehreren Dutzend Prozent bei nur einem Verkauf – und plötzlich spricht jeder von einer „neuen Ära“ im Premium-Immobilienmarkt.
Interessanterweise ist dieser Deal kein einmaliger Ausrutscher. Tokio erlebt seit einigen Jahren einen Boom bei Luxusimmobilien, der von mehreren Faktoren gleichzeitig angetrieben wird:
- Bauinflation – Material- und Arbeitskosten haben die Preise für neue Projekte in die Höhe getrieben
- Schwacher Yen – führte dazu, dass ausländische Investoren in ihren eigenen Währungen tatsächlich weniger bezahlen
- Begrenztes Angebot – In zentralen Stadtteilen wie Minato oder Shibuya gibt es praktisch keine freien Grundstücke mehr
- Wachsendes lokales Kapital – wohlhabende Japaner investieren ihr Vermögen zunehmend lieber in Immobilien als in Anleihen

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Experten beobachten diesen Trend schon seit einiger Zeit. Branchenanalysen zufolge sind die Preise im Premiumsegment in Tokio seit 2020 um etwa 20–30 % gestiegen. Das ist ein deutlicher Sprung, vor allem auf einem Markt, der jahrzehntelang stabil war (um nicht zu sagen: langweilig).
| Index | Wert |
|---|---|
| Gesamtpreis | 9,5 Mrd. Yen (~63 Mio. USD) |
| Preis pro Tsubo | >50 Mio. Yen |
| Anstieg der Premiumpreise seit 2020 | 20-30% |
Im Juni 2025, kurz nach der Bekanntgabe der Transaktion, sprachen spezialisierte Luxusmedien von der „Krone Tokios“ und einem „Benchmark für ganz Asien“.
„Dieser Verkauf setzt einen neuen Maßstab für ultra-premium Wohnimmobilien in der Region“, hieß es in Branchenberichten.
Nicht alle sind jedoch begeistert. In Internetforen, darunter auch auf Reddit, entbrannte eine Diskussion über die Preisdifferenz. Ein Nutzer schrieb ganz offen:
“50 Mio. für ein Tsubo, wenn eine durchschnittliche Wohnung in derselben Stadt 3–4 Mio. kostet? Das ist schon absurd, nicht luxuriös.”
Einige Kommentatoren wiesen darauf hin, dass für den durchschnittlichen Einwohner Tokios ein solcher Deal reine Abstraktion sei – wie Berichte über den Verkauf einer Privatinsel. Andere sehen darin eine natürliche Entwicklung des Marktes in einem globalen Finanzzentrum.
Die Frage ist: Handelt es sich um einen einmaligen Preiserfolg oder tatsächlich um den Beginn einer neuen Norm für die teuersten Immobilien in Asien?
Tokio und Singapur führen das Rennen um Ultra-Luxus an
Der Rekord von 9,5 Milliarden Yen ist nicht nur eine Kuriosität des Tokioter Marktes. Es ist ein Benchmark-Moment für ganz Asien, vielleicht sogar weltweit. Entwickler von Singapur bis Hongkong überprüfen jetzt sicher ihre Bewertungen – wenn jemand in Japan, wo Sparsamkeit traditionell eine Tugend war, so viel bezahlt hat, was sagt das über das Preisniveau für Ultra-Luxus in der Region aus?
Branchenberichte prognostizieren, dass die Preise für Premium-Immobilien in Tokio bis Ende 2026 um weitere 10 bis 15 Prozent steigen könnten. Gleichzeitig weisen immer mehr Experten darauf hin, dass das Duo Tokio-Singapur Hongkong ablöst, das nach politischen Turbulenzen etwas von seinem Glanz als asiatisches Luxus-Epizentrum verloren hat. Tokio hingegen punktet mit politischer Stabilität, einem (zumindest bis vor Kurzem) schwachen Yen und einer wachsenden Zahl internationaler Bewohner, die einen sicheren Hafen suchen.
Wie können Investoren den Rekord von Omotesando interpretieren?

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Für Investoren bringt die Transaktion Marq Omotesando One einige klare Signale, aber auch Fragen mit sich. Einerseits:
Chancen:
- Ultra-luxuriöse Projekte in Tokio gewinnen an Prestige – Preise von 300.000 bis 400.000 Dollar pro Quadratmeter lassen sich jetzt leichter rechtfertigen
- Ausländische Fonds wie EQT zeigen, dass Japan kein exotischer Markt mehr ist, sondern sich zu einem Mainstream-Ziel für Premiumkapital entwickelt.
- Low-rise Luxury (niedrige Gebäude mit wenigen Einheiten) könnte nicht nur in Tokio, sondern auch in Seoul oder Taipeh zum Trend werden
- Der Wiederverkaufswert von Ultra-Units hat sich wahrscheinlich auf einem hohen Niveau stabilisiert – wer jetzt Premium kauft, kann mit sichereren Perspektiven rechnen.
Risiken:
- Bei diesen Preisen kann jede makroökonomische Korrektur (Zinserhöhung, regionale Krise) die Bewertungen von Top-Tier-Assets stark beeinträchtigen.
- Eine schmale Käuferbasis – das ist kein Massenmarkt, hier zählen einige Dutzend Ultra-Reiche, nicht Tausende von Kunden.
- Die sozialen Ungleichheiten in Tokio nehmen zu (obwohl Japan insgesamt immer noch eine relativ flache Struktur aufweist), was zu politischen Spannungen und Druck auf Immobiliensteuern führen kann.
Aus Sicht der Stadt stärkt ein Verkauf von fast 70 Millionen Dollar die Position von Tokio auf der globalen Luxuslandkarte – die Markenbotschafter von Marq sind jetzt nicht nur die Bauherren, sondern auch das gesamte Viertel Omotesando, das seinen Ruf als japanische Champs-Élysées weiter festigt. Andererseits wird die Kluft zwischen dem Durchschnittsbürger und denen an der Spitze immer deutlicher, was Diskussionen über den Zugang zum öffentlichen Raum und Gentrifizierung auslösen könnte.
Praktischer Tipp? Beobachten Sie, was EQT und ähnliche Fonds bei künftigen Projekten tun. Wenn neue Low-Rise-Entwicklungen mit ähnlicher Philosophie entstehen – dann kennen wir bereits das Erfolgsrezept. Marq Omotesando One hat es gerade vorgemacht.
Steff Jeff
Immobilienredaktion
Luxury Blog









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